Bewusste Entscheidung gegen den Aufstieg in die 2. Bundesliga im Volleyball
Nach einer sportlich herausragenden Saison mit frühzeitig gesicherter Meisterschaft stand das Team vor einer neuen Situation: dem möglichen Aufstieg in die 2. Bundesliga Nord – und damit vor einer richtungsweisenden Entscheidung für die Zukunft.
In einem intensiven und offenen Austausch mit dem Trainerstab wurde schnell deutlich, dass es dabei nicht nur um die sportliche Perspektive geht. Zwar reizt die Herausforderung einer höheren Liga, gleichzeitig wurden aber auch die damit verbundenen Anforderungen klar benannt. „Wir haben einige Spielerinnen, die studien- bzw. berufsbedingt vor neuen Herausforderungen stehen“, erklärt Cheftrainer Marvin Hansmann. Der zusätzliche zeitliche und sportliche Aufwand der 2. Liga hätte für Teile des Teams weitreichende Konsequenzen gehabt.
Für die Verantwortlichen rückte damit eine zentrale Frage in den Fokus: sportlicher Schritt nach oben – oder Stabilität und Entwicklung innerhalb der bestehenden Struktur? Die Antwort fiel bewusst aus.
„Wir treffen keine Entscheidung, bei der wir riskieren, das Team in seiner jetzigen Form zu verlieren. Das würde weder zu uns als Mannschaft noch zum Verein passen“, betont Hansmann.
Statt des Aufstiegs in die 2. Bundesliga Nord wird das Team auch in der kommenden Saison in der Dritten Liga West antreten – nicht aus fehlendem Mut, sondern aus Überzeugung.
Ein Blick auf die Entwicklung der Mannschaft unterstreicht diese Entscheidung zusätzlich: Noch vor einem Jahr spielte ein Drittel des Teams mindestens drei Ligen tiefer. Der aktuelle Erfolg ist somit auch Ausdruck einer starken individuellen und mannschaftlichen Entwicklung, die weiterhin nachhaltig aufgebaut werden soll.
Denn der eingeschlagene Weg ist klar definiert: Entwicklung aus den eigenen Reihen. Bereits in den vergangenen Jahren bildeten Spielerinnen aus dem direkten Umfeld das Fundament der Mannschaft – und genau daran soll auch künftig festgehalten werden.
„Wir wollen die Mädchen und Frauen aus dem Umfeld fördern – dafür steht der Verein“, so Hansmann. „Ich bin zudem sehr dankbar, dass uns durch den Vereinsvorsitzenden Jockel Buers und die Abteilungsleiterin Karina Bomers frühzeitig und wiederholt signalisiert wurde, dass beide Wege – sportlich wie finanziell – möglich gewesen wären und mitgetragen worden wären.“
Gerade deshalb ist die Entscheidung ein bewusst gesetztes Zeichen für Kontinuität und nachhaltige Entwicklung. Für Team und Verein ist der Verbleib in der Dritten Liga aktuell der richtige Schritt.
Das vorhandene Potenzial innerhalb der Mannschaft bleibt dabei unbestritten. „Ich bin überzeugt, dass in unserem Team noch weiteres Potenzial steckt, und freue mich darauf, diesen Weg auch in der nächsten Saison gemeinsam zu gehen“, blickt Hansmann voraus.
Zum Saisonabschluss steht am Sonntag um 17 Uhr das Heimspiel gegen den TV Gladbeck an. Die Mannschaft freut sich über zahlreiche Unterstützung, um die erfolgreiche Saison gemeinsam mit den Fans abzuschließen.
Ein besonderer Moment wird dabei auch die Verabschiedung von Eva Schmitz sein. Nach einer langen und erfolgreichen Karriere wird sie ihre Volleyballschuhe an den Nagel hängen und das Team verlassen.
„Eva war für uns nicht nur sportlich extrem wichtig, sondern auch menschlich eine feste Größe im Team. Mit ihr stand ich meine gesamte Volleyballkarriere gemeinsam auf dem Spielfeld – egal ob in der Halle oder im Sand“, betont Mannschaftskapitänin Andrea Harbring. „Sie hat Verantwortung übernommen und viele von uns über Jahre begleitet. Umso schöner wäre es, wenn wir sie am Sonntag gemeinsam mit unseren Fans gebührend verabschieden können.“












